Südseetraum Bora Bora

Ich hab‘ es immer noch in meinem Regal stehen. Dieses Buch besitze ich nun schon mehr als ein Jahrzehnt lang. Als ich es zum ersten Mal gelesen habe, war ich glaub ich 10 Jahre alt. Ich weiß noch genau, dass ich mich beim Lesen so wohl gefühlt habe. Warm und geborgen. Irgendetwas hat mich schon früh so sehr an traumhaften Inseln im Pazifik und der Reise quer über den Globus begeistert. Einfach los zugehen und seinen Traum zu erfüllen. Sich zu erlauben, frei zu sein. Ein Abenteuer zu erleben. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum ich dieses Kinderbuch nicht schon längst weitergegeben habe. Es inspirierte mich schon damals. Auch wenn ich es noch nicht wusste.

Es geht um Silke, die in einem Industriegebiet wohnt und durch den Schmutz in der Luft vermeintlich unheilbar krank wird. Daraufhin beschließen ihre Eltern, ihren größten Herzenswunsch zu erfüllen: eine Reise mit dem Segelboot in die Südsee. Die Eltern verkaufen ihren gesamten Besitz und lernen für Silke das Segeln. Auf der Reise erlebt die kleine Familie allerlei Abenteuer. Der Dreck der Stadt rückt immer mehr in den Hintergrund. Die Südsee erreichen sie zwar nicht, aber sie verbringen sechs wunderbare Wochen auf einer traumhaften einsamen Insel. Und dann geschieht das Wunder.

Wenn du möchtest, findest du hier auf www.thalia.de eine kostenlose Leseprobe: Leseprobe „Die Reise zur Wunderinsel“ von Klaus Kordon

Die Reise zur Wunderinsel von Klaus Kordon ist also ein besonderes Buch. Für mich zumindest.

Die Südsee zieht mich an.

Weiße Sandstrände, türkisblaues Wasser, sanft umsäumt von zarten Korallenriffen; grüne Gipfel, die aus den blauen Weiten des kühlen Pazifiks emporragen. Luxushotels mit Overwater Villas, von denen aus man die reiche Unterwasserwelt des Riffs beobachten kann. Mit weißen Punkten gesprenkelte Rochen gleiten sanft in Schwärmen vorbei und tropische Fische schwimmen in Zickzacklinien ihre Bahnen im kristallklaren Wasser. Warme Sonnenstrahlen auf der gebräunten Haut, von Wellen und Salz zersaustes Haar, Sand unter den Füßen, zwischen den Zehen und die kühle Brise des Ozeans im Gesicht. Ich stelle mir vor, wie ich auf Bora Bora stehe. Und ich stelle mir einige Fragen.

Eine Insel, ein Atoll, in den endlosen Weiten des Ozeans. Wie kommt dieses Südsee-Paradies hier hin und warum ist es so unglaublich schön? Was gibt es hier noch alles zu sehen?*

Wo liegt Bora Bora?

Bora Bora ist ein Atoll (was das ist erkläre ich später noch). Es befindet sich im Pazifik, südlich des Äquators, nordöstlich von Neuseeland. Es liegt ungefähr auf dem gleichen Längengrad südlich von Hawai’is Big Island und auf dem gleichen Breitengrad wie Cairns in Ost-Australien.

Bora Bora gehört zum Archipel der Gesellschaftsinseln (engl. „Society Islands“) Französisch-Polynesiens. Die bekannteste Insel der Gesellschaftsinseln ist Tahiti, auf der sich auch die Hauptstadt Papeete befindet. Ein Archipel ist eine Anhäufung von mehreren Inseln zu einer Inselgruppe oder Inselkette.

Die Gesellschaftsinseln sind in zwei Gruppen aufgeteilt. So werden die Inseln, die dem Wind zugewandt sind, als „Inseln über dem Winde“ (frz. <<Îles du Vent>>) und die Inseln, die dem Wind abgewandt sind, als „Inseln unter dem Winde“ (frz. <<Îles sous le Vent>>) bezeichnet.

Tahiti gehört zu den Îles du Vent, wohingegen Bora Bora zu den Îles sous le Vent gehört.

Der Flug nach Bora Bora

Nun weißt du, wo Bora Bora wirklich liegt. Und wenn du Google Earth Pro auf deinem Rechner installiert hast (was ich wirklich nur empfehlen kann 😊 Hier ist der Link zum kostenlosen Programm Google Earth Pro), kannst du dich virtuell dort hinfliegen lassen. Du wirst nochmal merken: Bora Bora ist wirklich weit weg. Ganze 15.823 Kilometer von Deutschland entfernt. Die reine Flugzeit nach Bora Bora beträgt rund 19 Stunden. Das ist ohne Zwischenstopps. Um von Deutschland nach Bora Bora zu kommen, kann man entweder über die USA, Kanada oder über Hongkong und Neuseeland fliegen.

Bei ersterem muss man mit mindestens zwei langen Zwischenstopps in Los Angeles (LAX) und Papeete (PPT) rechnen. Insgesamt kann die Reise von Deutschland aus zwischen 30-40 Stunden dauern.

Auch die Flugroute über Neuseeland ist möglich. Dann fliegt man zunächst nach Hongkong, anschließend nach Auckland in Neuseeland und dann nach Papeete. Diese Reise kann bis zu 48 Stunden dauern. Zwei Tage Anreise. Das ist schon heftig.

Für mich ist der Traum, einmal in die Südsee zu reisen aber so groß, dass mir diese langen Flugzeiten nichts ausmachen. Ich weiß, dass es sich lohnt. Und es ist natürlich auch möglich, die Reise nach Französisch-Polynesien mit einem Besuch zum Beispiel in Neuseeland, Kalifornien oder Kanada zu verbinden.

Die CO2-Emission des Flugs kompensieren

Wenn du dir Gedanken um den CO2-Ausstoß der Flugzeuge machst, kann ich das verstehen. Fliegen schadet der Erde, die uns doch so sehr am Herzen liegt. Was du machen kannst, um dein schlechtes Gewissen zu lindern, ist, an Atmosfair oder eine andere Klimaschutzorganisation deiner Wahl zu spenden und deinen CO2-Ausstoß zu kompensieren. Indem du deine Flugemissionen kompensierst, unterstützt du die Atmosfair-Klimaschutzprojekte zum Ausbau erneuerbarer Energien. Hier findest du alle Informationen über Atmosfair und die CO2-Kompensation. Um einen Flug von Deutschland nach Bora Bora und zurück zu kompensieren, berechnet Atmosfair einen Beitrag von 255€ (Stand August 2019).

Wie ist Bora Bora denn nun entstanden?

Bora Bora ist, wie bereits gesagt, ein Atoll. Ein Atoll ist eine von einem Korallenriff (bei Atollen sind das nach Charles Darwin sogenannte Saumriffe) umschlossene Lagune. Die Entstehung kann in 4 Stadien unterteilt werden:

  1. Stadium: Eine Vulkaninsel wächst aus dem Meeresboden empor, zum Beispiel durch einen Hotspot. Bora Bora liegt, bedingt durch die Bewegung der Pazifischen Platte, weit von dem Hotspot entfernt, aus dem es erschaffen wurde. Dieser liegt 420km südöstlich von Bora Bora unter Mehetia.
  2. Stadium: Der erloschene Vulkan sinkt unter seinem Gewicht zusammen, wird erodiert oder der Meeresspiegel steigt. Gleichzeitig haben sich Korallen an den Rändern der Insel angesiedelt und bauen ein Riff.
  3. Stadium: Je weiter die Insel unter die Meeresoberfläche sinkt, desto höher bauen die Korallen das Riff, da die dort lebenden Organismen nur in einer bestimmen Tiefe unter der Wasseroberfläche existieren können. Sie brauchen genügend Licht, um zu leben und das Riff weiter auszubauen.
  4. Stadium: Die Subsidenz (das Abtauchen der Insel) dauert an, bis die Spitze des ehemaligen Vulkanberges verschwunden ist. Es bleibt eine seichte Lagune übrig, die von einem Saumriff umgeben ist.

Genau dieser Vorgang, der übrigens von Charles Darwin bereits in den 1830er Jahren beschrieben wurde, führte zur Entstehung Bora Boras und aller anderer Atolle auf der Welt.

Und in welchem Stadium befindet sich Bora Bora?

Bora Bora befindet sich zur Zeit im Stadium 3. Die Atollbildung schreitet stets voran. Wir können noch immer Teile des gut erhaltenen Kraterrandes sehen, nämlich die höchste Erhebung der Insel, der Mont Otemanu mit 727 m ü.N.N. Auch die Motu Toopua Insel zählt zum äußeren Rand der Kaldera.

Irgendwann werden auch diese Erhebungen nicht mehr zu sehen sein. Doch bis das geschieht und das 4 Stadium erreicht ist, werden noch Millionen von Jahren vergehen.

Die flachen Inseln in der Nähe des Riffs heißen Motu und sind eine Anhäufung von Korallentrümmern und -sand. Sie sind von Rinnen, sogenannten Hoa, voneinander getrennt. Diese Hoa stellen den Wasseraustausch von der Lagune mit dem Ozean sicher.

Die große Hauptinsel besteht aus dem Gestein Basalt und die kleinere Insel Motu Toopua aus Gabbro (auch wenn die meisten Motus tatsächlich nur aus Sand bestehen).

Übrigens: Der Teil von Bora Bora, der über Wasser liegt, ist gemäß Forschern zwischen 3.45 und 3.10 Millionen Jahre alt. 

Was kann man auf Bora Bora machen?

Die Hauptinsel ist 9 km lang und 5 km breit. Eine 32 km lange Ringstraße umschließt die Insel. Man kann sie innerhalb von 45 Minuten mit dem Auto umrunden.

Die Lagune ist das Juwel von Bora Bora. Hier kann man tauchen, schnorcheln, mit dem Kajak oder Paddelboard herumfahren. Viele Fische sind zu sehen sowie wunderschöne Leopard-Stechrochen und Mantas.

Coral Gardens ist ein wunderschönes Korallenriff und das Bora Bora Lagoonarium ein natürliches Aquarium, welches Teil der Lagune selbst ist.

Es ist möglich, den beeindruckenden Mont Otemanu zu Fuß und per Auto zu besichtigen.

Wahrscheinlich will man, wenn man nach Bora Bora kommt, hauptsächlich entspannen, das Leben genießen und sich verwöhnen lassen.

Aber auch eine Traumreise in die Südsee ist für mich nur vollständig, wenn man die Menschen kennengelernt hat, die Insel verstanden und das ein oder andere Abenteuer erlebt hat.

Wahrscheinlich glaubst du jetzt „Da werde ich wahrscheinlich niemals in meinem Leben hinkommen.“ Dein Gehirn denkt automatisch: „Geht nicht. Kein Geld.“ Ich wünsche mir so sehr, dass du dich öffnest für die Möglichkeit, es zu schaffen. Wünsch es dir. Stell es dir vor, sieh es vor deinem inneren Auge. Halte dein Flugticket in deinen Händen. Stell dir keine Fragen, wie das überhaupt klappen soll. Träume und fühle. Erlaube es dir. Du darfst groß träumen. Jeder Mensch hat dieses Recht. Auch du. Du hast es auch verdient, diesen Ort zu sehen. Denn die Erde ist deine Heimat. Du darfst groß träumen. Du darfst es dir erlauben. 

Ich mach es so. Ich wusste, seitdem ich Silkes Geschichte gelesen habe, dass ich einiges Tages in der Südsee bin. Ich will die Schönheit unserer Erde mit eigenen Augen sehen.

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*Ich war selbst noch nicht auf dieser Insel. Daher entspringen diese Informationen reiner Recherche. Quellen:

- Allgemeine Geologie - Press, Sievers

- Diercke Weltatlas

- S, Blais & G, Guille & Guillou, Hervé & Chauvel, Catherine & Maury, René & M, Caroff. (2000). Geology, geochemistry and geochronology of Bora Bora island (Society islands, French Polynesia). Comptes Rendus de l'Academie des Sciences Series IIA Earth and Planetary Science. 331. 579-585. 

- Google Earth Pro

- Wikipedia

Photo Credit: Dave Shaw via Unsplash

 

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